Kyudo ein Sport fürs Leben

Wer glaubt, dass er nach noch so hartem Training und vielen Lehrgängen Kyudo beherrscht, hat den Kern von Kyudo nicht verstanden.

Es geht nicht darum, Fertigkeiten zu erlernen und damit ein erfolgreicher Bogenschütze zu werden. Kyudo beschreibt vielmehr einen Weg, der den perfekten Schuss anstrebt aber nie ganz erreicht.

Westliche Bogenschützen dagegen erlernen Fertigkeiten und verfeinern sie, um zu treffen.

Zwar muss der Kyudoka selbstverständlich auch die Handhabung von Pfeil und Bogen sowie die strikt vorgeschriebenen Bewegungsabläufe erlernen, seine Motivation ist aber eine andere. Der Kyudoka sucht sein inneres Gleichgewicht und die Einheit mit dem Bogen. Er bemüht sich, einen möglichst perfekten Schuss abzuliefern wobei sich der Treffer dann nahezu von selbst einstellt.

Wer also Kyudo für sich entdecken möchte, sollte viel Geduld mitbringen. Der Weg, einen halbwegs zufriedenstellenden Schuss hinzubekommen, ist lang. Dabei ist der Gegner stets das eigene ich, das nie ganz zufrieden ist. Die eigene Perfektionierung kennt kein zu erreichendes Ziel sondern nur den Weg dorthin.

Dennoch ist es höchst befriedigend und tut dem Ego gut, wenn man nach einem Training sich selber sagen kann, heute waren da einige ganz passable Schüsse dabei. Nicht zwangsläufig müssen alle das Ziel getroffen haben. Kleine an sich selbst erfahrene Fortschritte sind Belohnung und Motivation.

Bei Kyudo spielt Alter oder Geschlecht keine Rolle, verlangt aber Körperspannung und Disziplin. Weder Gelenke noch Muskeln noch Sehnen werden überfordert. Je nach körperlicher Konstitution wählt man die Stärke seines Bogens und kann sie im Laufe der Jahre sowohl nach oben als auch nach unten anpassen.

Kyudo kann man somit ab dem jugendlichen Alter von 16 Jahren beginnen. Auf der anderen Seite gibt es für Einsteiger nach oben altermäßig keinerlei Beschränkungen. Unser ältestes Mitglied ist über 70 Jahre alt, die Jüngste 18.

Wir bieten regelmäßig Anfängerkurse an. Dabei werden Bögen und Pfeile gestellt.
Das allgemeine Training findet zweimal pro Woche statt (Mi. u. Fr. abends) und dauert jeweils etwa zwei Stunden.
Unsere Trainer sind hohe Dan-Träger, also Meister, und schießen seit über 30 Jahren.

Einführung

Der Weg des Bogens beginnt mit kleinen, einfachen Schritten. Ein Kurs führt durch verschiedene Lernphasen. Zuerst werden mit einem handlichen Übungsgerät, der "Zwille", die Handhabung des Bogens, Schießtechnik und Schussablauf eingeübt. Dann wird in mehreren Schritten der Umgang mit Pfeil und Bogen erlernt, durch zuschauen und nachmachen.

Die einzelnen Abschnitte des Schusses folgen den traditionellen japanischen Anweisungen: ständig gleiche Bewegungen - Versuch der Wiederholbarkeit.

Der erste Abschuss erfolgt auf eine nur 2 Meter entfernte Strohtonne - somit stressfrei, ohne ein Ziel treffen zu müssen!

 Längere Zeit wird dann vor diesem Übungsgerät trainiert, bevor man auf die 28 Meter entfernte Zielscheibe schießt.

Beim Kyudo lernt man den Körper durch geistige Beeinflussung, gefördert durch richtige Körperhaltung und Atmung zu beherrschen. Geschult werden Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration - gesucht wird die körperliche und geistige Mitte.

Unser Dojo (= Übungshalle ) ist nach vorne offen und bietet so den Blick und Verbindung nach draußen zur Natur! Weit weg von Alltag und Stress kümmert man sich hier in ruhiger Atmosphäre um sich selbst.

Fortgeschrittene Kyudo-Schützen können bei Prüfungen und Lehrgängen ihren eigenen Stand auf dem Weg des Bogens überprüfen und bestätigen lassen. Auch gibt es Schießspiele und Wettkämpfe.